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Steigende Preisprognosen bei Diamanten stellen derzeit Herausforderungen dar.

 

Bereits seit langem empfehlen wir im Rahmen der Asset Allokation eine Beimischung von Gold und Diamanten (aktuell 7,5 % des Gesamtvermögens, je zur Hälfte in Gold und Diamanten).

Gemäß den Recherchen sind die Preise in den letzten Wochen deutlich angezogen. Zum einen rechnen Insider mit einer steigenden Nachfrage in Hinblick auf eine mögliche Inflation aufgrund der enormen staatlichen Milliardenhilfen und der dadurch auch stark ansteigenden weltweiten Verschuldung der Staatshaushalte. Des Weiteren ist zu beobachten, dass ca. 70 % der weltweiten Produktion von China und USA aufgekauft werden.

Antwerpen, der wichtigste Handelsplatz in Europa für Diamanten, erlebt gerade einen Umsatzeinbruch aufgrund der vielen Restriktionen (u.a. durch die Corona-Krise, durch das Geldwäschegesetz und die belgische Kreditreform für den Diamantmarkt). Aufgrund der sich veränderten Situation gehen Fachleute davon aus, dass die Preise für Diamanten nachhaltig um ca. 6-7 % p.a. steigen werden, und zwar in feinen wie auch guten Qualitäten. Warum steigt der Handel in China und den USA? Der erwartete „Aufbruch der Mittelschicht“ in China wurde für um das Jahr 2010 prognostiziert, erweist sich aber als stetiger Prozess. Durch die aktuelle Corona-Krise, aus der China erneut gestärkt hervorgehen wird und durch die Öffnung seines Marktes wird es zu einer verstärkten Kaufkraftentwicklung in China kommen. Die Schleifereien in China konnten vorerst nicht mit den indischen Schleifereien konkurrieren. Da diese jedoch die Nachfrage nicht mehr länger allein bedienen können, ist es chinesischen Schleifereien möglich, auch zu höheren Kosten zu schleifen, um gleiche Qualität zu liefern. Dies führt zu einem größeren Handel im Binnenraum, wie man es an der weltweit größten Edelsteinmesse in Hongkong schon jahrelang beobachten konnte. Der Handelsplatz der indischen Schleifereien hat sich nach Hongkong verlegt, um Zwischenhändler auszuschalten und einen Zugriff auf den wachsenden chinesischen Markt zu erlangen. Auf lange Sicht wird weiter in Indien geschliffen und in China gehandelt werden. In New York werden größere Diamanten und Sets für die hochwertige Schmuckindustrie und Goldschmiede gehandelt, dadurch sind dort die Preise im konstant hohen Segment angesiedelt.

Ebenso interessant sind auch Farbdiamanten, da diese besonders selten sind und nur 0,02 % der jährlichen Diamantenproduktion ausmachen. Diese werden, ebenso wie farblose Diamanten, durch CIBJO-Standards zertifiziert und von anerkannten Laboren graduiert.

Zudem zeigt sich, dass der Bedarf an „Fantasie-Schliffen“ von Diamanten wächst. Neben dem Brillanten, der als runde Schliffform Geschichte geschrieben hat, sind noch weitere Schliffformen wie das Herz interessant. Dies ist schwer zu schleifen und besonders selten sind zwei gleiche Herzen im Markt zu finden. Dadurch werden dort höhere Karatpreise gezahlt, als für zwei gleiche Brillanten. Auch ist der Schleifverlust beim Schleifen eines Herzens höher, der Verkaufspreis amortisiert dies jedoch aufgrund der Seltenheit des Herz-Schliffes. Achtung, hier ist besonders wichtig, zwei gleiche Herzen mit hohen Symmetriegraden zu kombinieren. In der Zukunft wird es schwieriger werden, dies zu finden, aktuell lässt es die transparente Marktlage zu, der Zugriff ist gegeben. Ebenso sind seltene Schliffformen, die sich Schleifereien patentieren ließen, als Anlage interessant. Dort ist nicht nur das Material und die Güte des Steines preisentscheidend, sondern auch das „Branding“ – die Marke des Schleifers oder der Schleiferei – dies mit im Verkaufszertifikat ist auch eine Güte.

 

Gerade in Zeiten der Krise bewahrheiten sich bleibende Vermögenswerte. Durch die Corona-Krise zeigte sich, wie volatile Aktien und Unternehmensanteile sein können – sprich, wo spekuliert wurde. Wichtig ist, dass produzierende Unternehmen weniger von der Krise betroffen waren. Eine logische Konsequenz ist daher, auch in Produkte selbst zu investieren, wie es Diamanten sind. Deren Preise blieben über die Krise hinweg stabil. Der Preisequilibrium hat sich verschoben, es gab aber weder ein Überangebot noch eine vergrößerte Nachfrage – dadurch blieben die Preise stabil. Aktuelle Preislisten (Rapaport z.B.) gerieten in die Kritik, da sie den Preis ohne fundamentale Daten als “niedriger” einstuften. Dies steht dem aktuellen Handel diametral gegenüber und führte zu einem Boykottaufruf gegen Rapaport vonseiten hunderter Schleifereien weltweit. Hieran zeigt sich die Marktmacht der stabilen Produktionskette von Diamanten – eine Preismanipulation hin zu einem “sell-off” ist nicht möglich. Auch das Auftreten synthetischer Diamanten hat die Preise natürlicher Diamanten nicht reduziert, denn es ist ein anderer Schmuckbereich, der mit synthetischen Diamanten abgedeckt wird. Zurück zu der Preisliste Rapaport: Diese setzt den aktuellen Marktbericht für Diamantpreise bis Mai aus, die meisten Schleifereien haben ihre Lots aus dem Online-Markt abgezogen, wodurch die Preise steigen werden. Ebenso hat die World Federation of Diamond Bourses aktuell eine eigene Handelsplatform für Schleifereien (nicht für den Privatier) als Option genannt, um den Handel der Schleifereien untereinander einfacher zu gestalten, ohne eine Preismanipulation zu ermöglichen. Ob eine Preistabelle vonseiten der WFDB kommt, bleibt abzuwarten. Fest steht, es hat sich in der Krise gezeigt, dass der Diamantmarkt nicht zu den “nervösen” Märkten gehört.